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TOPIC: Geht KIKA Leiner an XXXL Lutz ?

Geht KIKA Leiner an XXXL Lutz ? 06 Jun 2018 11:11 #298

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Hallo Zusammen.

Letzte Woche kam die Nachricht, dass der Kreditversicherer EULER HERMES die Limite für die österreichische Steinhoff-Tochter Kika / Leiner auf Null gesetzt hat.

Wenn es stimmt, dass über EULER HERMES ca. 90% der Kika/Leiner beliefernden Hersteller abgewickelt werden, wäre dies so ziemlich gleichbedeutend mit einem "Todesurteil" für dieses Unternehmen.

Da sich Kika / Leiner in einer Restrukturierungsphase befindet und somit kaum liquide Mittel über das Tagesgeschäft hinaus zur Verfügung stehen, wird dieser Österreichische Player auch selbst kaum Möglichkeiten besitzen, um kurzfristig über Bareinlagen oder Bürgschaften etc. EULER HERMES dazu zu bewegen, die Limite z.T. wieder anzuheben.

Von Mutter Steinhoff wird hier sw. auch nicht viel kommen können.

Somit muss Kika / Leiner bei diesen 90% der Hersteller seine Ware zunächst auf Vorkasse liefern lassen (viele Hersteller beginnen auch in solchen Fällen erst die Produktion selbst, wenn Vorkasse geleistet wird.).

Hierzu wird Kika / Leiner - wie eigentlich auch kein anderes Einrichtungsunternehmen - in der Lage sein, denn selbst die Umsatzmarktführer arbeiten im Tagesgeschäft mit dem Liquiditätsvorteil, dass sie VOR der Bestellung Kundenanzahlungen erhalten und - wenn die Auslieferungsplanung eng genug getacktet ist - auch innerhalb von 4 Wochen nach Wareneingang ausliefern und somit auch die Restzahlung des Kunden kassieren können - somit also der gesamte KV-Wert liquiditätsmäßig eingeflossen ist, bevor innerhalb der (meist 4 wöchigen) Skontofrist der EK-Wert an die Hersteller zu zahlen ist.

Dieser Effekt wird jetzt maßgeblich geschwächt, und Kika würde somit 90% seiner EK-Umsätze bis zu 12 Wochen vorher zahlen (8 Wochen von AB bis zur Auslieferung des Herstellers plus 4 Wochen Skonto-Zahlungsfrist).
Nehmen wir einmal an, Kika würde EUR 600 Mio im Jahr Umsatz erzielen (hab jetzt keinen Umsatzüberblick...Kika/Leiner lagen mal über 1 Mrd. EUR ....) , dann ergibt sich bei durchschnittlicher Kalkulation ein EK von ggf. ca. 270 Mio/ Jahr = 22,5 Mio / Monat. Diesen würde das Unternehmen bei 90% der Herstellerumsätze (= 20,25 Mio ) 3 Monate vor sich her schieben : das ergäbe eine zusätzliche Liquititätsbelastung von round about EUR 60 Mio...

Ausser, Kika kann mit Unterstützung der Mutter Steinhoff seine Hersteller mit gutem Zureden oder mit Druck zu regulären oder zumindest verkürzten Lieferzeiten bewegen...

Das wird aber nicht einfach und schon garnicht bei der Masse der Hersteller umsetzbar sein, zumal die Medien schon von einer "Zerschlagung" Steinhoffs sprechen , und somit die Loyalität vieler Hersteller abnehmen dürfte...

Kika/Leiner steht somit faktisch vor der Zahlungsunfähigkeit ...so schnell kann das bei einem solchen großen Unternehmen gehen.

Und prombt wird über eine Übernahme durch XXXL Lutz im Rahmen eines Notverkaufs spekuliert.

Ich kenne natürlich die betriebswirtschaftlichen Zahlen von Kika / Leiner nicht.
Sollte XXXL jedoch auch hier die Möglichkeit besitzen, ein in Not geratenes Unternehmen "für einen Appel und ein Ei" (sprich: maßgeblich nur durch die Übernahme der Verbindlichkeiten) zu übernehmen, und die Herstellerverbindlichkeiten zunächst einmal mit langen Zusatzvaluten und "Übernahme- sowie sonstigen Sondernachlässen" zu versehen ...dann könnte das für die Familie Seiffert natürlich zusätzliche Marktmacht zum Schnäppchenpreis bedeuten...

Da die beiden (Kika und Lutz)in Österreich einmal auf über 70%igen Marktanteil kamen, müsste somit die österreichische Kartellbehörde zustimmen.

Das wird jedoch ggf. bei der Vernetzung von XXXL Lutz in "der Heimat" und der anstehenden Rettung 1000er von Arbeitsplätzen kein wirkliches Problem sein...

Wenn auch in Österreich die 3-wöchige Anmeldefrist nach Erkennung des Insolvenztatbestandes gilt, müssten wir ziemlich kurzfristig etwas über diesen Deal hören...

Viele Grüße
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Geht KIKA Leiner an XXXL Lutz ? 15 Jun 2018 09:01 #300

  • Michael Steinkühler
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Jetzt ist es amtlich :

Kika / Leiner wird für 500 Mio Euro an Benko verkauft.

Bei Benko handelt es sich um den Immobilien-Investor, der auch schon die
Karstadt-Gruppe gekauft und - wenn man den Medien glauben schenken darf -
aus den roten Zahlen geführt hat.

Damit sei auch wieder ein "ausgeglichenes Kräfteverhältnis" Lutz und Kika/Leiner
in Österreich gesichert.

XXXL Lutz hatte ja durch Anzeigen in den östereichischen Medien die Liquiditätsproblematik von Kika/Leiner ggü. dem Verbraucher so ziemlich angeheizt.

Mit dem Downrating von Euler Hermes standen nach Medieninformationen bei ca. 90 % der Zulieferer Verhandlungen an, um Vorkassenregelungen abzumildern.

Durch Publikationen und Informationen in den Fernsehmedien wurden u.a. auch die Verbraucher aufgerufen, ja keine Anzahlungen bei Kika zu leisten.

Der Supergau der Zahlungsunfähigkeit schien dadurch unaufhaltsam eingeleitet.

Parallel stellten sich Vertreter von Lutz in österr. Formaten wie "Frühstücksfernsehn" etc. als potentielle Retter dar, welche Kika / Leiner durchaus übernehmen würden , weil man sich "Sorgen um die Gesellschaftliche Entwicklung" machen würde, wenn so ein großer Marktteilnehmer in Schieflage gerät....

Nur ein Schelm denkt hierbei, daß XXXL hier etwas nachhelfen wollte, damit Kika wie eine reife (und preiswerte) Frucht in Lutz`Hände fällt.

Nun ist es anders gekommen ...

Hierzu scheint übrigens der gemeldete Kaufpreis von ca. 500 Mio ziemlich hoch , angesichts der wirtschaftlichen und Umsatz-Situation von Kika/Leiner.

Es lohnt sich in den nächsten Tagen sicher, hier einmal nachzuhören, wie sich diese 500 Mio "Kaufpreis" zusammensetzen : ggf. ist hier ebenfalls ein größerer Betrag enthalten der sich aus der Übernahme von Verbindlichkeiten ggü. Herstellern , Banken, Kunden (Anzahlungen), etc. zusammensetzt.
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