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TOPIC: Online Möbelhandel

Online Möbelhandel 07 Mär 2017 14:45 #285

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Kiveda Küchen
- hat seinen online-Handel eingestellt (und lange damit gehadert, um die eigene
Ursprungs-"Philosophie" nicht zu verraten...)
- focussiert jetzt 100% auf die (glücklicherweise) erworbenen Küchen-Quelle-Sparte
- sieht ihr Heil in zusätzlichen Standorten.

Ein Zeichen, dass der Online-Verkauf frei geplanter Küchen (aktuell) kaum möglich ist.
Kiveda ist auf den damaligen E-Commerce-Hype aufgesprungen, ist zu lange dabei geblieben für die schliessliche Erkenntnis, dass man sich gerade mit "Küchen" die problematischste
Warengruppe herausgesucht hat......

Home 24 eröffnet nun auch stationäre Verkaufs-Stores .....
Ein weiterer Expansionspfad oder ein Zeichen der Erkenntnis eingeschränkter Online-Vermarktungsmöglichkeiten des Großmöbelbereiches ???


Viele Grüße
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Online Möbelhandel 21 Jun 2017 16:12 #287

  • Michael Steinkühler
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E-Commerce (Internetgestützter Handel) im Möbeleinzelhandel ist so eine Sache :

Bisher wurden reine Online-Portale - Home24 oder auch KIVEDA (Küchen) - von der Presse lange Zeit hoch gelobt.

Da wurde auch in diesem Segment ein "Hype" aufgebaut: Man konnte von rasanten Zuwachsquoten lesen (bei näherem Hinschauen sind die absoluten Werte jedoch "endlich" und nicht mit anderen Branchen wie Textil oder Elektronik zu vergleichen).
Geschäftsführer von Online-Portalen hielten Gastvorträge in Mailand, London oder Honkong.

Frei nach dem asiatischen Motto "hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen" wurden in der Branchenpresse Umsatzanteile des Möbel-Online-Handels von bis zu 40 % prognostiziert, ein "Sterben der Fläche" wurde vorausgesagt.

Die Folge war, dass auch viele stationäre Händler ohne wirkliche Umsatz-Not meinten, Ihre Websites zusätzlich mit einem "Shop" ausstatten zu müssen - teuer bezahlte Web-Strukturen, die oft nur halbherzig gepflegt werden, denn im Herzen ist man doch immer noch "das Einrichtungshaus mit x qm Ausstellungsfläche", und diese Flächen und Verkäufer muss ich mit Kunden füttern ...obwohl...am Möbel-E-Commerce kommt man doch letztendlich nicht vorbei, oder?

Eines ist sicher : E-Commerce bestimmt immer mehr unseren Konsum-Alltag, und seine technische und mengenmäßige Entwicklung sowie seine grundlegenden Einflüsse auf den konventionellen Einzelhandel sind noch nicht abzusehen.
Doch der Einkauf im Internet hat zur Zeit (ggf. "noch") seine Grenzen - und die gibt der User, also der Internet-Konsument , vor.

Da,
- wo die Auswahl / Zusammenstellung eines Produktes letztendlich zu kompliziert oder zu langwierig ist....
- wo mir über das Internet immer noch nicht genügend Informationen vorliegen, um dafür einen (tatsächlich oder gefühlt) hohen Preis zu zahlen...
- wo ich letztendlich doch nicht sicher bin, ob es für meinen Bedarf ggf. doch noch
passendere Produkte gibt ....
da zucken viele Verbraucher vor dem "jetzt bestellen"-Button zurück, und gehen dann doch lieber ganz "körperlich" auf Shopping-Tour, z.B. um die Sitzqualität und die Stoffhaptik einer teuren Polstergarnitur auszutesten oder um sich von einem Profi die eigene persönliche Küche "um 10 Ecken" planen und über Neuerungen informieren zu lassen.

Beim kleinen standard-Regal in schwarz,weiss oder buche-hell , 20x30x100 cm für EUR 44,- inkl. 2-Wochen Rückgabegarantie habe ich hingegen keine Probleme , per Internet zu bestellen. Auch bei dem Küchenhocker für 29,- oder der grünen Vase für 7,- nicht (daher sind Möbeldiscounter und auch IKEA mit solchen Sortimenten im E-Commerce verhältnismäßig erfolgreich). .

Es gibt also auch im Möbelbereich Produkte, die im Internet "abgehen wie Schmidts Katze" - oft sind dies die vom Handel genannten "flachen" Produkte ...flach, hinsichtlich deren Artikelnummern- und Variantenhierarchie : Also Artikel , die ich mir mit nur wenigen Klicks in Form und Farbe zusammenstellen , optisch auf meinem Tablet gut / ausreichend erfassen kann und wo auch das preisliche Risiko nicht zu hoch ist.

Bei gegenteiligen Produktmerkmalen ist im Moment (noch ?) die persönliche Begutachtung auf der Handelsfläche für den Verbraucher vorrangig.

Somit ist es im Moment um den Möbel-Einzelhandel im Internet etwas ruhiger geworden..man könnte auch sagen : Etwas abgeklärter.

KIVEDA, ursprünglich DIE Plattform für den online-Küchenkauf mit sehr namhaften Geldgebern, hat der Komplexität der Produktes "Küche" Tribut zollen müssen.
Zunächst hatte man noch gehofft, den Kunden durch den Videochat mit KIVEDA-Küchenplanern, die dem Interessenten bei der Planung behilflich waren, an dieses Format zu binden.
Vor wenigen Monaten hat KIVEDA nach hohen Verlusten seine E-Commerce-Aktivitäten GÄNZLICH eingestellt, und ist froh, vor 2 Jahren "Küchen Quelle" hinzugekauft zu haben, welcher mit stationären Quelle-Shops und versierten Aussendienstlern, die den Kunden mit Musterkoffer und Powerbook zu hause besuchen und dort planen, erstaunliche Marktanteile erzielt.

Wie im vorherigen Kommentar bereits erwähnt, hat HOME 24 nun auch festgestellt, wie deutlich expandiert werden kann ..und zwar mit "HOME24-Shops" ....

Und..hat jemand von uns bei IKEA in der Küchenabteilung nicht auch die Phalanx von Planungs-PCs gesehen, wo der Kunde selbst "seine Küche planen kann"? Wirklich schick und so...aber wer hat da tatsächlich schon mal per CAD eine Küche geplant ( die nicht gerade eine 280cm-Zeile mit automatischer Vorschlagsfront und Gerätebestückung war), die Hardcopy mit Zeichnung und 4 Seiten Typenplan der sprachlosen Verkäuferin in die Hand gedrückt mit einem lässigen "thats it"?
Ich glaube mal: Niemand .

So bleibt bis auf weiteres der stationäre Möbeleinzelhandel bei seinem Seiltanz:
E-Commerce-fähige Artikel können im Internet vermarktet werden, andere wiederum kaum bis ganicht. Hier muss der Handel aus bisherigen Kosten-Gräbern lernen und sorgsam beobachten.

Der E-Commerce-Auftritt dieser stationären Händler muss zwar zeitgemäß sein...die Produktauswahl muss jedoch auch aus einem zweiten Grund sehr sorgsam überdacht werden.
Während reine Online-Händler beim Vertrieb internetfähiger Ware keinerlei Kosten für Verkaufsflächen, Verkaufspersonal, Deko und Printwerbung etc. vorhalten müssen und daher mit ihren Artikeln preiswerter ins Netz gehen können, muss der stationäre Händler Preise erzielen, mit welchen er seine hohen Verkaufsflächen-Kosten decken kann.

Geht er mit diesen hohen Preisen und vergleichbaren Artikeln ins Netz - hat er verloren, da er zu teuer ist.
Passt er sich jedoch im web den niedrigeren Preisen der Mitbewerber an, so wird er auch auf seinen Verkaufsflächen findigen Verbrauchern diese Produkte zum unterkalkulierten Internetpreis verkaufen müssen - und hat auch damit verloren.
Stationäre Händler, welche ebenfalls ernsthaft im Internet verkaufen möchten - sog. "Hybrid-Händler" - müssen somit grunds. die Sortimente trennen, die entweder im Internet oder auf der Fläche verkauft werden.

Ausnahme: Die Produkte sind (z.B. durch Import) so günstig, dass ich diese im Netz wie auch auf der Fläche zu einheitlichen und einbringlichen Kalkulationsaufschlägen verkaufen kann...aber irgendwann wird es dann sicher doch den ersten reinen Online-Händler geben, der nicht auf Produkt-Renditen sondern auf verkaufte Stückzahlen schlielt, um dann mit unterkalkulierten Preisen ins Netz gehen.

Es bleibt also spannend.

Herzliche Grüße

Michael Steinkühler
Steinkühler Unternehmensberatung
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